Was Narben brauchen

Der Körper erinnert sich an alles und vergisst nichts. Bei Verletzungen sind Narben sichtbaren Erinnerungen an diese.

Zu jeder Narbe gibt es eine Geschichte, die oftmals von verrückten, gefährlichen und starken Momenten erzählt. Ein Unfall, ein Moment des Schreckens und Überlebens und manchmal wichtige Eingriffe um die Gesundheit zu schützen und das Leben zu retten. Ob die Narbe alt oder jung ist, die Geschichten werden mit Gefühl erzählt und dabei ist es nicht selten, dass eine Erinnerung an den Schmerz bleibt.



Was genau ist eine Narbe?


Wird der Körper durch eine Beschädigung, ein Trauma oder eine Operation verletzt, dann setzt ein sogenannter Wundheilungsprozess ein, um eine Narbe zu bilden.


  • Die Wundheilung sorgt dafür, dass alles so schnell wie möglich und so nah an dem wie es zuvor war wiederhergestellt wird.

  • Zu Beginn reagiert der Körper mit einer Entzündung, sodass Fremdkörper eliminiert werden.

  • Es folgt eine Art Reparatur, in der die durchtrennten Strukturen wieder zusammengeführt werden.

  • In einfacher Art ausgedrückt, sind das Gewebestrukturen, die wie beim Nähen die Wundränder aneinander führen und dann fest miteinander zuschnüren.

  • "Annähernd wie zuvor" heißt, dass der Urzustand nicht exakt wiederhergestellt werden kann und das Resultat ein meist starres Konstrukt ist mit Strängen, die wirrer miteinander verbunden sind.

  • Dabei wird alles miteinander verbunden - in den oberflächlichen Schichten wie in allen Schichten, die tieferliegend durchtrennt wurden.

  • Je nachdem wo die Wundheilung stattfindet dauert es eine bestimmte Anzahl an Tagen.

  • Im Bauchraum ist der Wundheilungsprozess z.B. nach einer Woche abgeschlossen.

Am Ende steht die Narbe. Diese kann nach außen gut aussehen. 
In der Tiefe verheilt sie jedoch in den meisten Fällen nicht immer so, dass "alles wieder ganz glatt ist".


Wunde verheilt - alles gut?

Gesundes Gewebe ist dynamisch. Es ist stabil und beweglich zugleich. Es ist gegeneinander verschieblich.

Vernarbtes Gewebe hingehen ist fest, dicht, eng und wenig flexibel.

Das nennt man dann “Verklebungen”, oder in der Fachsprache "Adhäsionen".


"Die Welt zerbricht jeden, und nachher sind viele an den zerbrochenen Stellen stark” (Ernest Hemingway aus: In einem anderen Land )

In der Tiefe und für umliegenden Strukturen haben Vernarbungen ungewünschte Auswirkungen.

Aus der Festigkeit heraus ergeben sich veränderte Zugkräfte, die lokal und auf benachbartes Gewebe und Strukturen wirken. Umliegende Organe und Gelenke werden dadurch in ihrer Beweglichkeit und Funktion beeinträchtigt. Auch die Atembewegung und die Wahrnehmung im betroffenen Gebiet wird beeinflusst. Das kann z.B. ein Gefühl von Taubheit oder Schmerz sein.



Behandlung der Narbe

Viele haben nach Operationen oder äußeren Verletzungen erstmal keine Symptome, die sie mit der Narbe assoziieren.

Der Körper ist ein Meister der Kompensation: er entwickelt Schonhaltungen und Wege mit der Veränderung umzugehen bzw. um den Schmerz herum zu gehen.


Schmerzen im Rücken, anderen Gelenken und Bauchorganen werden meist nicht mit der Narbe in Verbindung gesetzt. Es gibt jedoch oft einen Zusammenhang, der ganz einfach mechanisch ist.

Zieht es an einer oder mehreren Stellen über langen Zeitraum, dann reagieren das Gewebe auf kurze oder lange Sicht.

Deshalb ist es wichtig, die Narben zu behandeln - auch wenn sie nach außen gut aussehen. Mit den richtigen Grifftechniken können diese festen Strukturen gelöst werden.

Die Gleitfähigkeit und Flexibilität des Gewebes kann wiederhergestellt werden und somit können auch die benachbarten Organen ihrer Funktion ohne einen ständigen Zug zu erfahren nachgehen, die Gelenke im Bewegungsausmaß möglichst uneingeschränkt sein und auch die betroffenen Areale der Zirkulation und Meridiane im Fluss bleiben.


Bis dato wurde leider viel zu wenig darüber gesprochen, dass Narben behandeln werden können und im Besten Falle auch Nachbehandlung bekommen. 
Die meisten wissen gar nicht, dass es möglich ist. 
Mögen das Gespräch über Narben viel mehr Alltag werden!



Narbenbehandlungen können weh tun und Erinnerungen an die gespeicherte Geschichte können wieder hochkommen.

Und können wir dafür an diese Stellen stärker und zugleich flexibler werden.



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