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Schwangerschaft und Massage

Was kann einer Person gut tun und gleichzeitig auch einer anderen?

Wohl unendlich viele Dinge können das sein.



Und genau! Auch die Massage eines schwangeren Menschen. Denn die tut der schwangeren Person gut und gleichzeitig auch dem Baby.

Zwei Kreisläufe in einem.


Ich bin fest davon überzeugt, dass therapeutische Massagen für alle Menschen zu jedem Zeitpunkt gut sind - und mit alle meine ich alle !

Und therapeutisch heißt:

abgestimmt auf individuelle Bedürfnisse und die Besonderheiten.



Schwangerschaft ist eine außergewöhnliche Zeit

und manchmal auch

(ein wenig) Stressig


Damit das Kind optimal heranwachsen kann, vollzieht der Körper ein wahrhaftes Wunder.

Zum Beispiel verändert sich das Zentrum der Schwerkraft, der Hormonhaushalt, die Muskulatur, das Volumen, der Brustkorb, die Darmtätigkeit.


Von jedem schwangeren Menschen werden diese Veränderungen anders empfunden.


Manche empfinden Rücken-, Fuß-, Handgelenk-, Beckenschmerz und allgemeine Muskelschmerzen, Müdigkeit, Schwellungen, das Gefühl nicht so ganz durchatmen zu können, dass die Darmtätigkeit "irgendwie anders ist".


Wenn man versteht, was anatomisch und physiologisch passiert, dann macht es Sinn:

  • Gelenke tragen mehr Gewicht

  • die natürlichen Kurven der Wirbelsäule werden verstärkt um die Vorwärtsneigung auszugleichen und eine aufrechte Haltung zu gewähren

  • die beiden Hormone Relaxin und Östrogen sorgen dafür, dass das Becken mobiler und flexibler wird

  • Damit das Baby im Bauchraum Platz findet, weiten sich die Bauchmuskeln nach außen hin

  • Die Gebärmutter wächst: es entsteht mehr Volumen und auch mehr Druck. Das Herz pumpt bis zu 50% mehr



Unterstützung:

therapeutische Massagen


Therapeutische Massagen helfen die Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit nach der Geburt entspannt und gesund zu erleben. Studien belegen zahlreiche positive Wirkungen, die Massagen während und nach der Schwangerschaft haben wie zum Beispiel

  • die Reduktion von pre- und postpartaler Depression

  • Frühgeburten, niedrigem Geburtsgewicht

  • einer Verbesserung von Schlaf

  • niedrigem Kortisol Level und weniger Schmerzen während der Schwangerschaft und Geburt (Field et al. 2010a)

Speziell an die Bedürfnisse und Veränderungen ist der Fokus der Massagetherapie dabei auf

der Aufrechterhaltung einer guten Körperhaltung, der Reduktion von Muskelschmerz und Ödemen, der Unterstützung einer guten Atmung, der Vorbeugung und Behandlung von Rektusdiastase und die Entspannung ausgerichtet.


EntspannunG?

Ja. Dieser Zustand, der vielleicht nicht immer so einfach zu erreichen ist.

Massagen haben einen beruhigenden Effekt auf das Nervensystem.

Wie das?


Durch die manuelle Behandlung werden Propriorezeptoren angesteuert, die dem zentralen Nervensystem Hinweise auf Spannung und den Blutdruck geben. Die Wärme, die bei Massagen im Tiefengewebe entsteht, sendet ebenso Signale zu dem sympathischen und parasympathischen Nervensystem, das sich daraufhin balancieren und regulieren kann. Durch die erzeugte Entspannung wird das Schmerzempfinden gesenkt, das Gewebe durchblutet und Serontonin, Ocytoxin sowie Beta-Endorphine ausgestoßen, die darüber hinaus ein Wohlgefühl erzeugen.


Und nach der Schwangerschaft?


Ist es nochmal neu und anders.

Für die Zeit danach sind die Stichwörter Regeneration und Rückbildung oft in aller Munde. Auch hier steht die Unterstützung im Vordergrund.






Herzensangelegenheit:

Behandlung der Kaiserschnittnarbe


Eine meiner Herzensangelegenheiten ist die Behandlung der Kaiserschnittnarben.


Damit die Narbe gut heilt, umliegendes Gewebe und die benachbarten Strukturen und Organe weiter in ihrer Bewegung und Funktionalität arbeiten können,

ist die Behandlung des Narbengewebe in den meisten Fällen notwendig.

Leider wird die Behandlung von Narbengewebe viel zu wenig angesprochen und gibt es auch wenig Angebote.

Umso wichtiger ist es die Nachricht weiter zu tragen, dass Narben unbedingt und gut behandelt werden können.



Ich wünsche mir, dass die Unterstützung in Form von manueller Therapie fester Bestandteil in jeder Lebenszeit und für alle Menschen wird.


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Field T, Diego MA, Hernandez-Reif MA (2010a) Preterm Infant massage therapy research: a review. Infant Behav Dev. 33(4):409-418.












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